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Tausende Venezolaner strömen für Einkäufe nach Kolumbien

Eigentlich ist die Grenze zwischen Venezuela und Kolumbien seit fast einem Jahr dicht – wegen Schmugglern. Weil Venezuela derzeit aber eine Versorgungskrise durchmacht, öffneten sich kurzfristig die Schlagbäume. Zehntausende Venezolaner reisten am Sonntag in die kolumbianische Stadt Cúcuta, um Lebensmittel und Medikamente einzukaufen, die in ihrem Land nicht zu erhalten sind. Die Käufer aus Venezuela erklärten, dass die Produkte in Kolumbien trotz der starken Abwertung der venezolanischen Währung und der mutmasslich von den kolumbianischen Händlern kurzfristig erhöhten Preise immer noch billiger seien als auf dem Schwarzmarkt in ihrem Heimatland. Viele Geschäfte waren innerhalb weniger Stunden leer gekauft. Neben Arzneimitteln kauften die Menschen besonders Hygieneartikel und Grundnahrungsmittel wie Speiseöl oder Mehl ein. In Venezuela sind die Supermärkte schon seit Monaten leer. Lebensmittel werden von der Regierung abgefangen und nur an Unterstützer abgegeben. Venezuela leidet unter einer schweren Wirtschafts- und Versorgungskrise. Unternehmen fehlen wegen der staatlichen Geldpolitik Devisen wie Dollar, um Produkte aus dem Ausland bezahlen zu können. Der Bolívar ist wegen der weltweit höchsten Inflation quasi wertlos. Der grösste Bierbrauer Polar konnte zeitweise kein Gerstenmalz mehr einführen und stoppte die Produktion. Das Land ist von Lebensmittel- und Medizinimporten sehr stark abhängig, kann vieles aber nicht mehr bezahlen. Plünderungen und Schwarzmarkthandel nehmen überall zu.

 

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