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Die Asiatische Hornisse: Ein neuer Gast in der Schweiz

Sie baut riesige Nester hoch in Bäumen, jagt andere Insekten und breitet sich seit einigen Jahren in der Schweiz aus: die Asiatische Hornisse. Doch woher kommt sie eigentlich, warum taucht sie hier auf – und was bedeutet das für Mensch und Natur?

Ein Insekt auf Reisen

Wer an Hornissen denkt, stellt sich oft grosse, brummende Insekten vor. Tatsächlich gibt es in der Schweiz schon lange die Europäische Hornisse. Seit einigen Jahren sorgt aber eine andere Art für Aufmerksamkeit: die Asiatische Hornisse, mit wissenschaftlichem Namen Vespa velutina.

Ursprünglich stammt sie aus Teilen Asiens. Fachleute gehen davon aus, dass sie Anfang der 2000er-Jahre unbeabsichtigt nach Europa gelangte, vermutlich mit Waren, die über grosse Handelswege transportiert wurden. 2004 wurde sie erstmals in Frankreich nachgewiesen. Von dort breitete sie sich Schritt für Schritt in weitere Länder aus. In der Schweiz wurde die Asiatische Hornisse 2017 erstmals im Kanton Jura entdeckt. Heute kommt sie bereits in mehreren Regionen des Landes vor.

Warum kommt die Asiatische Hornisse in die Schweiz?

Die Hornisse reist natürlich nicht bewusst in andere Länder. Ihre Ausbreitung hat verschiedene Gründe.

Zum einen können Tiere oder ihre Königinnen unbemerkt mit Waren transportiert werden. Zum anderen findet die Art in vielen Teilen Europas günstige Bedingungen vor. Sie kommt mit dem Klima gut zurecht und kann neue Gebiete besiedeln. Fachstellen nennen ausserdem den internationalen Handel als wichtigen Grund für ihre Verbreitung.

Eine einzige überwinternde Königin genügt, um im Frühling ein neues Volk zu gründen. Zunächst entsteht ein kleines Nest an geschützten Orten, etwa unter Dächern. Später ziehen die Tiere oft in deutlich grössere Nester um, die hoch oben in Baumkronen hängen können.

Weshalb beschäftigt die Hornisse Forschende und Imker?

Die Asiatische Hornisse ernährt sich von anderen Insekten. Besonders bekannt ist, dass sie Honigbienen jagt. Daneben stehen auch Wildbienen, Wespen und andere Insekten auf ihrem Speiseplan. Für ihre Larven – also die Jungtiere – braucht sie eiweissreiche Nahrung.

Deshalb beobachten Fachleute die Ausbreitung genau. Vor allem Imkerinnen und Imker sorgen sich um ihre Bienenvölker. In Gebieten mit vielen Asiatischen Hornissen können Bienen stark unter Druck geraten. Gleichzeitig weisen Fachleute darauf hin, dass die Hornisse nicht nur Bienen, sondern viele verschiedene Insekten jagt.

Für Menschen gilt: Die Asiatische Hornisse ist nach heutigem Wissen nicht aggressiver als die heimische Hornisse. Wie viele andere staatenbildende Insekten verteidigt sie jedoch ihr Nest, wenn sie sich bedroht fühlt. Deshalb sollte ein Nest niemals selbst entfernt werden.

Was wird dagegen unternommen?

In vielen Kantonen gibt es Melde- und Beobachtungssysteme. Werden verdächtige Hornissen oder Nester entdeckt, können diese gemeldet werden. Fachleute prüfen dann, ob es sich tatsächlich um die Asiatische Hornisse handelt. Bestätigte Nester werden häufig von speziell ausgebildeten Fachpersonen entfernt. Ziel ist es, die Ausbreitung möglichst zu verlangsamen und Schäden zu begrenzen.

Dabei geht es nicht darum, einzelne Tiere zu verfolgen. Entscheidend ist das Auffinden von Nestern, denn dort leben die ganzen Völker. Besonders im Frühling suchen Fachpersonen nach den ersten kleinen Nestern, weil diese noch leichter zu entdecken sind.

Ein Thema, das weiter beobachtet wird

Die Asiatische Hornisse zeigt, wie eng die Welt heute verbunden ist. Tiere und Pflanzen können durch Handel und Verkehr neue Regionen erreichen, in denen sie früher nie vorkamen. Manche Arten fügen sich ein, andere verändern bestehende Lebensräume.

Wie sich die Asiatische Hornisse in der Schweiz langfristig entwickeln wird, lässt sich noch nicht vollständig vorhersagen. Sicher ist jedoch: Forschende, Behörden und Imker beobachten die Situation genau. Die Geschichte dieser Hornisse ist deshalb noch nicht zu Ende erzählt – und sie zeigt, wie spannend und zugleich komplex das Zusammenleben von Mensch und Natur sein kann.

Fragen:

1.     Welche Folgen könnte es für die Natur haben, wenn die Zahl der Asiatischen Hornissen in einer Region stark zunimmt?

  1. Warum sollten entdeckte Nester nicht selbst entfernt werden, sondern Fachpersonen gemeldet werden?
  2. Welche Gründe haben dazu beigetragen, dass sich die Asiatische Hornisse in der Schweiz ausbreiten kann?
  3. Welche Vor- und Nachteile hat es, wenn Menschen Tiere und Pflanzen aus anderen Teilen der Welt unbeabsichtigt in neue Regionen bringen?

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