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Surfen ohne Meer

Die Schweiz hat keinen Zugang zum Meer – und trotzdem eine eigene Surf-Nationalmannschaft. Schweizer Athletinnen und Athleten treten sogar bei internationalen Wettkämpfen an. Gleichzeitig verändert der Klimawandel die Meere und damit möglicherweise auch die Wellen, auf denen der Sport beruht.

Vom Alpenland aufs Surfbrett

Ein Brett, eine Welle und möglichst lange oben bleiben: So einfach sieht Surfen manchmal aus. Tatsächlich braucht es viel Gleichgewicht, Kraft, Ausdauer und Erfahrung. Besonders schwierig ist, dass im Meer kaum eine Welle genau wie die andere ist.

Für Schweizer Surferinnen und Surfer kommt eine weitere Herausforderung hinzu: Vor der Haustür fehlt der Ozean. Trotzdem hat sich in der Schweiz eine aktive Szene entwickelt. Trainiert wird beispielsweise auf Flusswellen oder in künstlich erzeugten Wellen. Im Wallis eröffnete 2021 mit der Alaïa Bay ein grosses Surfbecken. Laut Betreiber handelt es sich um den ersten Surfpark dieser Art auf dem europäischen Festland. ⁠

Die Schweizer Meisterschaften im klassischen Meeressurfen finden dagegen im Ausland statt. 2025 wurden sie im spanischen Somo ausgetragen. 48 Schweizer Surferinnen und Surfer nahmen in verschiedenen Kategorien teil. ⁠

Gibt es gute Schweizer Surfer?

Durchaus. Der Schweizer Verband Swiss Surfing führt eine Nationalmannschaft mit verschiedenen Leistungsstufen. Zur Elite gehören derzeit unter anderem Rivan Rock Rosskopf, Fantin Habashi, Antoine Habashi und Jake Anderson.

Rivan Rock Rosskopf gehört zur jungen Generation. Er wuchs auf Hawaii auf und lebt inzwischen in Rheinfelden. 2025 wurde er Schweizer Meister bei den Männern. Bereits als Jugendlicher gewann er Wettkämpfe auf Hawaii und in der Schweiz. ⁠

Auch Fantin Habashi misst sich international mit starken Konkurrenten. In der Saison 2024/25 erreichte er bei einem Wettbewerb der Qualifying Series der World Surf League im französischen Lacanau den fünften Platz. Diese Wettkampfserie ist Teil des internationalen Leistungssurfens. ⁠

Zur absoluten Weltspitze gehört die Schweiz bisher allerdings nicht. Bei den World Surfing Games 2024 in Puerto Rico belegte Habashi beispielsweise Rang 109. Dort waren Athleten aus 55 Ländern am Start. ⁠

Was macht eine gute Welle aus?

Wellen entstehen vor allem, wenn Wind Energie auf die Wasseroberfläche überträgt. Weit entfernte Stürme können Wellen erzeugen, die Tausende Kilometer durch den Ozean wandern. Treffen sie auf eine Küste, beeinflussen Wassertiefe, Meeresboden, Felsen, Riffe und Sandbänke, wie und wo sie brechen. ⁠

Genau deshalb ist ein guter Surfplatz empfindlich. Schon Veränderungen des Meeresbodens oder der Küste können beeinflussen, ob eine Welle sauber bricht oder für das Surfen weniger geeignet ist.

Der Klimawandel verändert die Wellen

Der Klimawandel bedeutet nicht einfach, dass überall grössere Wellen entstehen. Das Bild ist komplizierter. Weil sich die Erde erwärmt, können sich Wind- und Wettermuster verändern. Damit verändern sich regional möglicherweise auch Höhe, Stärke, Richtung und Häufigkeit von Wellen. Forschende erwarten dabei grosse Unterschiede zwischen verschiedenen Meeresregionen. ⁠

Eine Untersuchung kam zudem zum Ergebnis, dass die weltweite Energie von Meereswellen zwischen 1948 und 2017 im Durchschnitt zunahm und mit der Erwärmung der Meeresoberfläche zusammenhing. Das bedeutet jedoch nicht, dass jeder Surfstrand künftig stärkere Wellen bekommt. ⁠

Wenn das Meer höher steigt

Besonders wichtig ist der steigende Meeresspiegel. Wird das Wasser an einer Küste tiefer, können Wellen an einer anderen Stelle brechen als heute. Wie stark sich das auf einen bestimmten Surfplatz auswirkt, hängt stark von dessen Form ab. Felsen, Riffe, Sand und Wassertiefe spielen dabei zusammen. Forschungen zeigen deshalb, dass die Folgen des Meeresspiegelanstiegs auf Wellen sehr unterschiedlich ausfallen können. ⁠

Auch Korallenriffe sind wichtig. An manchen berühmten Surfplätzen formen sie die ankommenden Wellen. Werden Riffe durch die Erwärmung der Meere und andere Belastungen geschädigt, kann sich langfristig auch die Qualität solcher Surfplätze verändern. ⁠

Ein Sport in Bewegung

Surfen zeigt besonders deutlich, wie eng Sport und Natur miteinander verbunden sein können. Wind, Meer, Küsten und sogar der Untergrund entscheiden mit, wann eine perfekte Welle entsteht.

Für die Schweizer Surf-Szene gilt zusätzlich eine Besonderheit: Sie muss Wege finden, einen Meeressport in einem Land ohne Meer zu trainieren. Flusswellen, Surfbecken und Reisen an die Küste machen das möglich. Gleichzeitig erinnert der Klimawandel daran, dass selbst ein scheinbar einfacher Moment auf einer Welle von einem erstaunlich grossen Zusammenspiel der Natur abhängt.

Fragen:

1.     Entstehung von Wellen: Erkläre mit eigenen Worten, wie Meereswellen entstehen und welche Faktoren bestimmen, wie sie an einer Küste brechen.

  1. Klimawandel: Auf welche Arten kann der Klimawandel die Wellen in den Weltmeeren verändern? Nenne mindestens zwei Auswirkungen.
  2. Meeresspiegel: Warum kann ein steigender Meeresspiegel dazu führen, dass sich ein Surfplatz verändert?
  3. Vergleichen: Welche Vor- und Nachteile haben künstliche Surfbecken gegenüber dem Surfen im Meer? Begründe die Antworten.
  4. Welche Fähigkeiten braucht eine Person, um erfolgreich surfen zu können?

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