Kamala Harris, oder Donald Trump? Unterschiedlicher könnten die beiden Kandidaten fürs Präsidentschaftsamt fast nicht sein. Beide haben Vor- und Nachteile. Lest die Texte durch und erstellt eine Pro- und Contra-Liste. Bildet euch danach eine eigene Meinung und diskutiert in der Klasse, für wen ihr stimmen würdet.
Sie hielt John Biden vier Jahre als seine Vizepräsidentin den Rücken frei. Wirkte im «Schatten» des Präsidenten von Amerika. Und dann, am 27. Juni 2024 überraschte John Biden bei einem TV-Duell mit seinem Gegner Donald Trump. Er stotterte vor laufender Kamera, erzählte wirre Sachen und machte einen sehr schlechten Eindruck. Er war total überfordert mit der Situation und Trump konnte glänzen. Die Gerüchteküche brodelte. Ist der amtierende, also aktuelle Präsident der vereinigten Staaten krank oder macht ihm sein Alter (80 Jahre) zu schaffen? Die Karten standen nicht gut und ob er wiedergewählt wird, stand in den Sternen. Für Donald Trump natürlich ein gefundenes Fressen. Und dann: Biden gab seinen Rücktritt bekannt und Kamala Harris trat aus seinem Schatten hervor. Ein guter Schachzug von den Demokraten. Kamala Harris ist das pure Gegenteil von Trump. Sie ist fröhlich, lustig, zeigt den USA eine positive Zukunft auf und prognostiziert nicht wie Donald Trump ein düsteres Amerika. Sie hat einen Instagramkanal auf dem sie Memes von sich postet und so über sich selbst lachen kann. Harris ist jünger als Trump, ihre Eltern stammen aus Indien und Jamaika und hatten nicht viel Geld. Sie ist offen für gleichgeschlechtliche Ehen und gegen das Gesetz, dass Bundestaaten das Recht haben, die Abtreibung zu verbieten. Nach dem klar war, dass sich Kamala Harris als Kandidatin aufstellen lässt, hing sie tagelang nur am Telefon. Rief Parteimitglieder an, suchte nach Geldgebern für ihre Kampagne. Eine Kandidatin oder ein Kandidat, den man nicht landesweit kennt, hätte nicht so schnell eine so grosse Kampagne auf die Beine stellen können. Harris hat klare Ziele: Sie will das Recht der Frauen stärken. Dazu das Waffengesetz verschärfen, sprich, dass man nicht mehr so schnell eine Feuerwaffe kaufen kann. Auch ist sie gegen die Todesstrafe, will aber Massnahmen gegen die Kriminalität in Angriff nehmen. Sie will zudem den Steuersatz für den Umsatz von Unternehmen erhöhen, Trump will diese ganz im Gegenteil senken.
Donald Trump ist ein Macher, seine Anhänger hängen an seinen Lippen. Er ist überzeugend und erreicht mit seinem Leitspruch «America first» viele. Fast die Hälfte der Wählerschaft wünschte sich Trump beim Wahlkampf gegen John Biden 2020 ins Amt zurück. Somit kann er doch gar nicht so ein schlechter Präsident sein, richtig? Warum findet man fast keine positiven Nachrichten über den Mann? Er ist das pure Gegenteil von Kamala Harris. Er zeigt auf, was für Folgen es für die USA haben würde, wenn die Demokraten, in diesem Fall Kamala Harris, zur Präsidentin gewählt würde. Er punktet bei vielen beim Thema Sicherheit. Er liess eine Mauer bauen zwischen Amerika und Mexiko, um so die illegale Einwanderung zu reduzieren. Seine Argumente sind nicht ganz abwegig: Wenn es in den USA weiter so viele Einwanderer gibt – vor allem aus Mexiko – fehlt es an Wohnraum, Jobs, die Klassenzimmer sind überfüllt und die Gemeinden und Städte mit plötzlich viel mehr Einwohnerinnen und Einwohner überfordert. Kamala Harris nahm sich als Vizepräsidentin in den letzten vier Jahren dem Thema ein. Sie überzeugte wenig. Sie wurde beauftragt, Aufklärungsarbeit in Süd- und Mittelamerika zu betreiben. Die Menschen aufzufordern, eben nicht illegal in die USA zu flüchten. Bei Gesprächen, welche im Fernsehen übertragen wurden, wirkte sie sehr unsicher und Sätze wie: «Kommt nicht in die USA», gingen um die Welt. Sie hatte nicht wirklich einen Plan und somit erreichte sie auch nicht wie von John Biden erhofft eine Lösung, wie man die illegale Einwanderung bremsen kann.
Bei Trump steht Amerika an erster Stelle. Für viele hört sich diese Einstellung gut an. Auch will er, dass es in den USA weiterhin genügend Jobs gibt und dass die Industriegefördert wird. So würde er die Zölle erhöhen für Waren zum Beispiel aus China. Macht eigentlich Sinn oder? So bleibt das Geld in den USA. Auch will er, dass Amerika nicht mehr abhängig von Öl ist und liess bereits während seiner Amtszeit Pipelines, also Öl-Leitungen durchs Land legen.
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