Whats-App, Tik Tok oder Instagram «zerstören» die Sprache. Dessen sind sich viele Sprachexperten einig. Früher schrieb man sich noch Briefe, heute bestehen Nachrichten oft nur aus Abkürzungen oder Emojis. Dies merkt man auch im Unterricht. Hauptsatz, Nebensatz? Keine Ahnung, ein Hashtag ist doch einfacher und die Leserin oder der Leser weiss auch, um was es geht. «Trash-TV» wie Das Dschungelcamp oder Loveisland zeigen es auf: Angefangen bei Redewendungen. Eine Kandidatin sagte kürzlich «Ich revier mein Markier», statt (wie heisst es richtig?). Und das Gegenüber oder auch die TV-Moderatoren korrigieren diese nicht mal. Wissen sies einfach nicht besser oder hat man sich damit abgefunden, dass die Jugend es halt nicht so genau nimmt mit der Deutschen Sprache. Der Graben zwischen der Erwachsenen- und der Jugendsprache wird immer tiefer. Es gibt sogar – wie ihr wohl alle wisst – einen Ausdruck, wenn Erwachsene versuchen cool zu sein oder die Jugendsprache anwenden wollen – So sind Eltern oder Lehrpersonen “cringe” oder “cringy”, wenn sie Teil der neuen Sprache sein wollen. Spätestens, wenn sie eine Whatapp oder Snapchat Nachricht lesen, hörts auf: np für no problem, klg für Kollege oder jz für jetzt? Noch schwieriger wird bei Abkürzungen wie Ez für easy oder Tysm für Thank you so much. Die Sprache hat sich immer schon entwickelt. Früher sprach man vielerorts sehr gewählt, die Kinder sagten ihren Eltern sogar „Sie“ und beschimpft wurden diese natürlich nicht – oder dann gabs eine ordentliche Schelle. Heute durchleben wohl alle Kinder eine „Fäkalsprache“. Ausdrücke wie „Arschkopf“ oder „Du bisch en Gaggi“ als „Beleidigung“ hören wohl alle Eltern mal. Ein krasser Wandel findet statt. Man kann sich nicht vorstellen, dass die Kinder oder Jugendlichen vor hundert Jahren bereits so „unanständig“ sprachen. Heute ist es normal, niemand macht sich Gedanken darüber. Es ist eine Phase.
Nicht nur “Slang-Worte” sondern auch “normale” kommen fast täglich hinzu – zum Beispiel für Elektronische Geräte, welche es zuvor einfach noch nicht gab. An diese muss man sich gewöhnen, und es dauert, bis diese im Wortschatz sind. Für Kinder sind diese aber ganz normal, da es sie schon gab, als sie Sprachen lernten. So war es auch schon in der Steinzeit zum Beispiel als das Rad erfunden wurde. Irgendwie musste man die neuen Dinge ja benennen. Und gleich ist es heute.
Trash-TV macht dumm
Auch spannend: Steht man am Spielfeldrand eines Fussballmatchs, hört man die Spielerinnen und Spieler vielleicht rufen: „Bist du behindert, schiess endlich“. „Oder, warum hat du den Ball nicht gehalten du Schlampe?“. Für Erwachsene total befremdlich – Geht’s noch, das mein Kind so beschimpft wird? Jugendliche empfinden solche Kraftausdrücke gar nicht als schlimm. Früher wars ein „Mann schiess endlich“ oder „Du Blödmann halt endlich mal den Ball“. Es gibt verschiedene Expertenmeinungen. Die Jugendsprache macht die „normale“ Sprache kaputt. Andere finden den Wandel ganz normal und sogar notwendig. Irgendwann werden solche Worte wohl ganz normal sein. Doch so einfach ist es eben nicht.
Es gibt eine Studie, bei der 599 Teilnehmerinnen und Teilnehmer 20 Tage lang mehrere Stunden Trash-TV schauten. Das Niveau der Sendungen ist nicht sehr hoch und lernen tut man selten etwas dabei. Es wird gestritten, sich beschimpft und wie zuvor schon erwähnt, werden Redewendungen, Sprichworte oder generell Worte falsch genutzt. Danach wurde die Hirnstruktur der Teilnehmenden gemessen. Das Ergebnis ist erschreckend: Die Hirnstruktur hat abgenommen und auch andere Teile des Hirns sind geschrumpft. Bleibt dies so, hat das auch Folgen im Alter. So steigt zum Beispiel das Risiko für eine Demenzerkrankung.
Wie sich die Sprache entwickelte
Grunzen, mit den Händen fuchteln oder sich anschreien. Die Sprache unserer Vorfahren war recht einfach und ähnelt dieser der Primaten, sprich Affen. So konnten sie ihre Artgenossen vor Gefahren warnen oder verliehen so ihrer Wut, Frust oder auch Freude Ausdruck. Wörter, oder gar Sätze kannten sie noch nicht. Mit den Jahrmillionen veränderte sich die Form des Kopfes und das Hirn hatte Platz, zu wachsen. Dazu hatte es mehr Raum im Kehlkopfbereich. So waren die Menschen in der Lage artikulierte, sprich klar verständliche, Laute zu produzieren. Dazu mussten sie sich nicht mehr nur mit den Händen verständigen, sondern konnten diese für etwas anderen benutzen. Das war vor etwa 1.5 Millionen Jahren. Es ist einfacher zu erforschen, wie intelligent die Leute waren. Warum wohl?
Was denkt ihr, wie viele Worte gibt es in der deutschen Sprache? Wie viele verschiedene brauchen wir etwa im normalen Alltag? Achtung, fertig, los! Welche 30 Worte kommen dir grad in den Sinn – red einfach drauf los
Wie sieht es bei Tieren aus? Alle Lebewesen auf der Erde haben einen Weg gefunden, um miteinander zu kommunizieren. Bei Tieren geht es hauptsächlich um Überlebenswichtiges wie die Futtersuche, das Warnen vor Feinden oder die Fortpflanzung. Die Bonobo-Affen sind aber echt schlau und nutzen 38 verschiedene Laute, um sich untereinander zu verständigen. Orang-Utans (heisst übrigens Waldmensch) nutzen sogar 64 Gesten.
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